Liebe Kolleginnen und Kollegen,
der Begriff „systemisch“ erfreut sich seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise einer erstaunlichen Beliebtheit. Es gibt „systemisch wichtige“ Banken, deren Zusammenbruch die Weltgemeinschaft nicht zulassen darf, und Top-Manager und Ökonomen, die bis vor einem Jahr noch die Intelligenz unregulierter Märkte gepredigt haben, rufen nun nach staatlichen Hilfen für Unternehmen. Man könnte meinen, die ganze Krise sei eine einzige Werbeveranstaltung für systemisches Denken. Denn das ist nötig, um die Dynamik und Gesetzmäßigkeiten solcher Krisen analysieren und erklären zu können – und um als Politiker, Führungskraft oder Berater praktische Konsequenzen daraus ziehen zu können. Die systemtheoretischen Grundlagen, die seit langen Jahren der Systemischen Organisationsberatung und dem Systemischen Management zugrunde liegen, sind auf einmal gefragt, denn die Krise bestätigt sie (leider, muss man ja wohl sagen …).
Deshalb ist unsere Freude über diese Form der Werbung auch nur sehr begrenzt. Aber als Konsequenz erweitern wir unser Angebot an systemischen Weiterbildungen erheblich: In diesem Jahr bieten wir ein neues „Systemisches Führungs-Curriculum“ an, das Führungskräften und Managern das Rüstzeug an die Hand gibt, in unübersichtlichen Zeiten überlebenssichernde Entscheidungen in ihren Unternehmen zu treffen. (Es findet in Berlin statt).
Bei unseren seit Jahren bewährten Organisationsberatungs-Kursen gibt es in erster Linie quantitative Veränderungen. Wir bieten nun – da ein großer Teil unserer Teilnehmer bislang schon aus Österreich kam – einen zusätzlichen Grundkurs in Wien an. Daneben finden Grund- und Aufbau-Kurse in Heidelberg und Berlin statt
Da es kaum ein lehrreicheres Setting als die gruppendynamische Trainingsgruppe gibt, machen wir die Teilnahme an solch einer Gruppe zum integralen Bestandteil unserer Curricula (allerdings belassen wir es bei der Empfehlung der Teilnahme – Kontrollversuche sind aus systemischer Sicht ja nur sehr selten als nützlich anzusehen.) Diese Form des Trainings bietet einen unvergleichlichen Lernraum, um die Selbstorganisation sozialer Systeme studieren zu können und sich gleichzeitig experimentell in seiner eigenen sozialen Wirksamkeit zu erfahren und zu erproben. Die systemtheoretische Reflexion der Prozesse bietet eine einzigartige Möglichkeit, Theorie und Praxis zusammen zu bringen und ganz konkret auf einander zu beziehen. (Es findet statt in Heidelberg).
Wieder im Programm, seit Jahren bewährt und begehrt: die Seminare zur Organisationsaufstellung (in Wiesloch) der Intensivkurs Systemisches Coaching und das Autorencoaching (beides in Heidelberg), ein paar Supervisionsgruppen (in Berlin).
Was unverändert bleibt nach all den Jahren – Krise hin oder her –, ist unser Ziel: Wir wollen Pragmatik und hohes theoretisches wie persönliches Reflexionsniveau miteinander in unseren Veranstaltungen kombinieren. Meist bekommen wir das ja ganz gut hin …
Mit kollegialen Grüßen und den besten Wünschen für einen schönen Sommer,
Ihr F. B. Simon