»Intelligenz und Entscheidung«

Zur Aktualität von James March in agilen Zeiten

Systemtheoretische Tagung 19. Mai 2017 in Berlin

Die Tagung

„Vieles von dem, was in Organisationen geglaubt wird, ist eine Ansammlung von Ableitungen aus simplen Annahmen. Der gesamte Apparat der ökonomischen Organisationstheorie zum Beispiel hat eine wenig detaillierte empirische Basis. Er besteht hauptsächlich aus Theoremen, die aus einigen elementaren Thesen über das menschliche Verhalten abgeleitet sind.“ (James G. March)

„Consultants talk funny and make money“
James March muss eigentlich nicht groß vorgestellt werden. Er ist – so eine prägnante Bewertung seines Wirkens – für die Organisationstheorie das, was Miles Davis für die Jazzmusik war. Seit mehr als fünf Jahrzehnten, begonnen mit dem Grundlagenwerk „Organizations“ (gemeinsam mit dem späteren Nobelpreisträger Herbert Simon), inspiriert March nicht nur die Theorie, sondern auch die Management- und Beratungspraxis. Durch seine Ideen wie „Garbage can“, „Technology of foolishness“ oder auch die Paradoxie von „Exploration/Exploitation“ wurde er neben Peter Drucker zum meistgenannten Ideengeber heutiger Managementdenker. In seinem jüngst auf Deutsch erschienenen Buch „Die zwei Seiten der Erfahrung“ begibt James March sich auf die Suche nach den Formen intelligenter Entscheidungsprozesse. Er entwirft das Konzept einer Intelligenz, die in der Lage sein muss, die Lehrmeisterin Erfahrung sowohl in ihren nützlichen, wie auch ihren unvollkommenen und gefährlichen Seiten zu erkennen und zu unterscheiden. Die Tagung fragt, wie Unternehmen ihre Erfahrungen intelligent nutzen können.

Das Programm

10:00 Eröffnung: Torsten Groth
10:30Vortrag: Prof. Alfred Kieser
James March – ein großer Managementtheoretiker, von dem Manager viel lernen können, gerade weil er es ablehnt, ihnen Ratschläge zu erteilen.
11:10Vortrag: Prof. Stefan Kühl
Agile Organisationen als Mülleimer – James March Überlegungen zu neuen Organisationsformen
11:50Kaffeepause
12:15Vortrag: Andreas und Hermann Dethleffsen
Lernen aus acht Generationen Unternehmertum?
12:45Vortrag: Robert Stulle
Lernen in einer „agilen“ Agentur?
13:15Mittagsimbiss
14:30Workshopeinheiten parallel:

Kieser | Dethleffsen
Theoretische und praktische Probleme des Erfahrungslernens in Unternehmen

Kühl | Stulle
Wie lernfähig sind agile Organisationen?
16:00Kaffeepause
16:30Prof. Fritz B. Simon, Torsten Groth
Beobachtungen des Tages – systemtheoretische Reflexionen
17:00Abschlussplenum
mit allen Referenten und Teilnehmern
17:30Ende

Die Fragen

March zeigt, dass Imaginationen und Geschichten bis hin zur Ästhetik eines Gedankens mindestens gleichwertig bedeutsam sind wie klassische Formen der Entscheidungsfindung, wenn man in mehrdeutigen Umwelten „intelligent“ agieren will.

Die Protagonisten

Andreas DethlefsenAndreas Dethlefsen, nach Stationen bei Batig in Hamburg und Peter Kölln in Elmshorn seit 1994 Mitglied der Geschäftsführung der HGDF Holding sowie in mehreren Beiräten tätig.
Hermann DethlefsenHermann Dethlefsen, Start bei Unilever (drei verschiedene Unternehmen), dann Fa. Osborne, Spanien. Seit 1994 Mitglied der Geschäftsführung der HGDF Holding sowie im Beirat der Deutschen Bank tätig.
Torsten Groth.jpgTorsten Groth, Organisationsberater, Dozent am Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU), Referent und Trainer zu Anwendungsfragen der Systemtheorie. Gastgeber Club Systemtheorie
Stefan-KuehlStefan Kühl, Soziologe, Historiker;
Professor für Organisationssoziologie an der Universität Bielefeld. Arbeitet als Organisationsberater für Metaplan vorrangig für Ministerien und Verwaltungen.
Alfred-KieserAlfred Kieser, Professor Emeritus der Universität Mannheim und Gastprofessor der Universität Witten/Herdecke. Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Seine Themen sind die Organisationsgestaltung, Lernen und Geschichte der Organisation sowie Organisation der Wissenschaft.
Fritz B. SimonFritz B. Simon, Psychiater und Psychoanalytiker, Professor für Führung und Organisation Universität Witten/Herdecke, Geschäftsführender Gesellschafter des Carl-Auer Verlag.
Robert StulleRobert Stulle, Partner bei Edenspiekermann. Als Designer und Consultant betreut Robert heute als Head of Digital Products and Services Projekte unter anderem für Kunden wie Red Bull und Wirecard.

Die Veranstalter

Simon, Weber & Friends sehen sich als Praktiker mit großem theoretischen Interesse. Wie anderes Handwerkszeug müssen sich auch theoretische Konzepte auf ihre praktische Nützlichkeit hin überprüfen lassen – Programm ist: Pragmatik auf hohem Reflexionsniveau. Im Zusammenspiel mit dem Club Systemtheorie, dem Carl-Auer-Verlag sowie der Carl-Auer-Akademie entstand der Impuls zu dieser Tagung, der sich mit James March und seinen Theorien befasst.


Leitung:Torsten Groth
Termin:19. Mai 2017 Ausgebucht
Kosten:375 Euro zzgl. MwSt.
Ort:Institut francais, Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin