Tagungen

Interaktion! Von Bateson und Goffman zu aktuellen Organisationsansätzen

Interaktion bedeutet die Welt – zumindest unsere alltägliche Erlebniswelt, denn das unmittelbare Erleben von Gesellschaft, Körpern, Macht oder Hand- lung vollzieht sich in Interaktionssequenzen.
Das gilt im Übrigen auch für das Erleben und Behandeln von Organisation. Gerade in einer Zeit, in der sich die scheinbar verlässlichen Grenzen von Orga- nisationen auflösen und Projektzusammenhänge wichtiger werden, in Zeiten also, wo vermehrt Netzwerkorganisationen und Agilität die Erwartungen be- stimmen, wird es umso wichtiger zu verstehen, wie Interaktionen sich entfalten.
Die Tagung wird sich dem Verhältnis von Interaktion und Organisation widmen, dabei Teams und Gruppen streifen, aber vor allem das »Eigenrecht der Situation« [Luhmann] beleuchten. Das wird in Bezug auf sozialwissen- schaftliche Interaktionsforschung geschehen, für die besonders prominent Erving Goffman steht, der sich für seine Rahmenanalyse wiederum auf Gregory Batesons Analysen des Spiels bezieht. Und die Mikrosoziologie hat sich seitdem weiterentwickelt, ohne diese Wurzeln zu leugnen.

Interaktion nimmt besondere Rücksichten auf Personen und Verhaltens- weisen, ist aber nicht einfach ein Effekt der beteiligten Individuen. Vielmehr gilt es, im Rahmen der Tagung zu erkunden, was Goffman im Vorwort seines Buches »Interaktionsrituale« wie folgt formuliert hat: »Es geht hier also nicht um Menschen und ihre Situationen, sondern eher um Situationen und ihre Menschen.«

Leitung:Club Systemtheorie
Referenten:Prof. Thomas Scheffer, Dr. Athanasios Karafillidis u.a.
Termin:31. Januar 2020 in BerlinANMELDEN
Kosten:500 Euro zzgl. MwSt. [Tagung]
Ort:Berlin