Von Torsten Groth
Kürzlich, zum Anlass unseres swf-Jahresforums: „Unter Anwesenden“ habe ich über Interaktionsdynamiken im Beratungssystem gesprochen. Meine Kernfrage lautete: „Mit welchen Interventionsstrategien gelingt es Beratung, wirksam zu intervenieren?“

Eine Leitidee, die vor allem in unseren Grundkursen „Systemische Organisationsberatung“ gelehrt wird, liegt darin, den Kunden einzuladen, zum Supervisor des laufenden Prozesses werden. Sofern dies gelingt, ist Beratung in mehrfacher Hinsicht entlastet.
Regelmäßig, vor allem wenn man selbst das Gefühl hat, es läuft nicht „rund“, kann man sich rückversichern, wie aus Kund:innensicht der Beratungsverlauf zu bewerten ist. Und egal wie die Bewertung ausfällt, die Wahrscheinlichkeit bleibt hoch, dass es produktiv weitergeht:
- Wenn der Kunde versichert, dass der Verlauf passend ist, kann man beruhigt fortsetzen oder ggf. noch nachsteuern, was noch passender wäre …
- Wenn im Kundensystem unterschiedliche Einschätzungen vorherrschen, dann kann mit den Unterschieden gearbeitet werden …
- Und wenn der Kunde Unzufriedenheit äußert, dann kann man daran arbeiten, wie man diesen Umstand a) gemeinsam erzeugt hat und wie man b) diesen in der verbleibenden Zeit ins Positive wenden kann …